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Obwohl ein Konzert eines Saxophonorchesters immer noch ein ungewohntes Ereignis ist, sind heute solche Ensembles an
Hochschulen in Europa und Amerika keine Seltenheit mehr. Oft fühlen sich Komponisten von der Schönheit und
Wärme des Klanges eines vollständigen Saxophonorchesters angezogen. Die Folge hiervon ist ein beträchtliches
Orchesterrepertoire, das ständig weiter wächst. Auf dieser Grundlage wird die musikalische Phantasie der
Komponisten das Instrument in die Zukunft führen.
Die Idee eines größeren Saxophonensembles ist beinahe älter als das Saxophon selbst. Das erste Werk für
ein solches Ensemble wurde 1844 von dem elsässischen Komponisten und Musikhistoriker Georges Kastner (1810-1867)
mit dem Titel Sextuor geschrieben und ist Bestandteil des ersten Saxophonlehrbuches, das Kastner wahrscheinlich
auf Anraten seines Freundes Adolphe Sax verfasste. Die erste wichtige Persönlichkeit unter den Saxophonisten Deutschlands,
die sich für das Saxophon in der Konzertmusik eingesetzt haben, war Gustav Bumcke (1876-1963). Bereits 1902, durch Zeitungsberichte
aus Frankreich interessiert, gründete er am Stern'schen Konservatorium Berlin eine Saxophonklasse, aus der sogar ein Saxophonorchester
hervorging, das für lange Zeit bestand. Durch die kulturpolitischen Umstände der dreißiger Jahre wurden Bumckes Bemühungen
allerdings bald ein Ende gesetzt.
Ein weiterer Saxophonpionier dieser Zeit, Sigurd Raschèr, sah sich aus den gleichen Gründen veranlasst Deutschland zu verlassen
und sein Schaffen von den USA aus fortzusetzen. Seine solistische wie auch musikpädagogische Tätigkeit, vor allem in Form
von Sommerkursen an den verschiedensten Universitäten, liessen ihn die Idee eines größeren Saxophonensembles wieder
aufgreifen. Aus dieser Tradition gründete Linda Bangs, die Gründungsmitglied des Raschèrquartetts ist und in seinem Ensemble
gespielt hat, im Herbst 1990 das Süddeutsche Saxophon-Kammerorchester. Seit seinem Bestehen ist dieses Orchester nahezu
ein Unikum im Konzertbetrieb innerhalb Deutschlands und über dessen Grenzen hinaus, besonders durch die Tatsache, dass Instrumente
und Mundstücke verwendet werden, die den original akustischen Vorstellungen von Adolphe Sax wohl am nächsten kommen. Gerade
diese, heute außergewöhnliche, Eigenschaft hat das Interesse vieler Komponisten wie z.B. A. Bloch, W.W. Glaser, H. Genzmer,
M. Karkoff, M. Maros und H. Stadlmair geweckt. Durch die Zusammenarbeit mit den Komponisten hat das Orchester einerseits Konzertreisen
in die USA, nach Polen sowie in die Schweiz und die Niederlande unternommen und andererseits mehrere Rundfunkproduktionen und CDs
eingespielt, wie z.B. beim Bayerischen Rundfunk, Dem Südwestfunk und dem Hessischen Rundfunk. Darüber hinaus konzertiert das
Süddeutsche Saxophon-Kammerorchester bei zahlreichen Festivals.
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